Meine erste Einschätzung — ein Auszug
Du schreibst, dass du seit zwei Jahren weißt, dass du dich für die Mutterschaft nicht noch einmal entscheiden würdest — und dass du gleichzeitig deine Kinder liebst. Du hältst den Alltag zusammen, nach außen stimmt alles, und genau deshalb hast du das Gefühl, kein Recht zu haben, das laut zu sagen. So habe ich dich verstanden; korrigier mich, wenn ich etwas falsch lese.
Ich sehe in deinen Zeilen zwei Dinge, die du gerade zu einem verknotest: die Liebe zu deinen Kindern und die Reue über die Rolle, die daraus geworden ist. Beides schließt sich nicht aus. Was du beschreibst, richtet sich nicht gegen die beiden Kinder, die du abends ins Bett bringst. Es richtet sich gegen ein Leben, das sich um dich herum eingerichtet hat, ohne dich je zu fragen, ob es so passt.
Eine erste Orientierung: Das, was du beschreibst, hat einen Namen — Regretting Motherhood — und du bist damit nicht die erste Frau, die mir schreibt. Es ist kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Die Frage, die sich lohnt, ist nicht „Darf ich das fühlen?", sondern: Was müsste sich in deinem Alltag ändern, damit die Rolle weniger schwer wiegt?
[ Hier bricht der Auszug ab. Die vollständige Einschätzung geht von hier aus weiter. ]
— Stefan